Alajos Unger (Györ/Raab, 1814-1848)

Land

Ungarn, Österreich

Geschlecht

Männlich

Weitere Namen

Alois Unger, Lajos Unger, Aloys Unger, Aloysius Unger

Berufe

Maler*in; Zeichner*in; Designer*in

Wirkungsorte

Raab/Györ, Wien, Pest, Sopron/Ödenburg

Von

Prof. Dr. Claudia Wunderlich

KURZZUSAMMENFASSUNG

Unger, Alajos, ungar. Maler, Zeichner, Spielkartendesigner getauft 29.10.1814 Raab (Györ), Ungarn, †28.12.1848 ebenda. Sohn von Spielkartenmaler Mátyás (Mathias) U. d. Ä. und Bruder von Spielkartenmaler Mátyás (Mathias) U. d. J.

LEBEN UND WIRKEN

Details zum Leben und Werk Alajos Ungers sowie seine genauen Lebensdaten wurden erst durch die Forschung von Prof. Dr. Claudia Wunderlich in den vergangenen Jahre bekannt. Er entstammte der Spielkartenmalerfamilie Unger, wobei sein älterer Bruder Károly (Carl) als Schreiber und Archivar in der bischöflichen Kanzlei von Raab tätig war, nach U.s Tod auch unter dem kunstaffinen späteren Fürstprimas von Ungarn, János Simor. Besuchte in Raab die nationale Zeichenschule zuerst bei Ferenc Ottó Hieronymi, später bei János Hofbauer. Zwischendurch besuchte er im Frühlingssemester 1833 einen Elementarzeichenkurs am der Wiener Akademie bei Karl Gselhofer. Im Herbst 1833 wurde bei einem Zeichenwettbewerb an der Zeichenschule in Raab sein Talent anhand einer Landschaftszeichnung entdeckt, nachdem er bereits positiv durch das Zeichnen einer korinthischen Säule aufgefallen war. Zu dieser Zeit muss er die Ausbildung als Kartemaler bei seinem Vater Mátyás U. dem Älteren absolviert haben. 1836 kehrte er an die Wiener Akademie als Schüler von Leopold Kupelwieser, später von Johann Ender zurück, die er bis 1842 besuchte. Seinem heute bekannten Oeuvre zufolge, muss er den damaligen Gepflogenheiten nach eine Reise nach Italien unternommen haben, die ihn auch zum Nazarener Friedrich Overbeck geführt haben muss, wie zahlreiche andere ungarische Absolventen der Akademie. Nähere Informationen könnten sich im Passprotokoll im Stadtarchiv seiner Heimatstadt befinden, dass jedoch – trotz regelmäßiger Nachfragen der Autorin – seit 2007 angeblich nicht auffindbar ist, obwohl es im Bestandsverzeichnis des Archivs gelistet ist. In seine Heimatstadt zurückgekehrt, wirkte er von dort und sandte 1846 sein Gemälde „Der heil. Ladislaus König von Ungarn erkennt den König Salomon”  nachträglich zur Ausstellung des Pester Kunstvereins. Dies nachdem seine Familie bei der Gewerbeausstellung in Raab eine Belobigung für ihre besonders schönen Spielkarten mit ungarisch gekleideten Figuren erhalten hatten, die er designt haben muss. Im September dieses Jahres begab er sich erneut auf längere Reisen. Aufgrund der Revolution 1848 kehrte er im Frühjahr dieses Jahres nach Raab zurück und diente zunächst in der Nationalgarde. Im Sommer jenes Jahres, bot er private Zeichenstunden an und gab in einer Zeitungsanzeige an, dass er sich auf seinen Touren in diesem Bereich fortgebildet hätte. Bereits am 28. Dezember 1848 verstarb er in seiner Heimatstadt an Cholera.

Zu seinen Werken zählen:

Porträt einer Dame, Porträtsammlung der University of Pennsylvania, (1836), Schlachtenbild der Rückeroberung Raabs, Ungarische Nationalgalerie, Budapest, (1840), Porträt einer strickenden alten Dame (1842), Die Taufe Vajks, des heiligen König Stephans von Ungarn (1842), Familienporträt, Ungarische Nationalgalerie, Budapest, (1843), Bilderuhr mit Ansicht Venedigs (1847). Weitere Werke wie Genrebilder, darunter das 1902/03 in Budapest und Raab ausgestellte Bildnis einer Kneipenszene aus der Sammlung des Arztes Lajos Petz, sowie religiöse Bilder darunter eine Kopie von Cesare da Sestos Vierge au Bas-Relief sind hingegen unbekannten Datums.

Trotz frühem Realismus in Porträts, zeigt U. in relig. Bildern die von Kupelwieser und Führich romant.-nazaren. geprägten Richtung. Sein Familienporträt zeigt auch Einflüsse Johann Enders.

Bibliographie: s.

https://independent.academia.edu/ClaudiaTheresiaWunderlich

und die dort zitierte Literatur.

Die Ungarische Nationalgalerie zeigt derzeit das Familienporträt Ungers sowie Druckstöcke und einen Probeabdruck der von der Familie Unger und ihm designten Spielkarten. Dabei wurde Text aus den wissenschaftlichen Publikationen von Prof. Dr. Claudia Wunderlich übernommen, darunter gekürzt und nur leicht paraphrasiert die komplette Tafel zum Familienporträt (der Text ist identisch mit dem im Ausstellungskatalog) und die Lebensdaten des Künstlers, die auch von Prof. Wunderlich auf der Homepage der Nationalgalerie übernommen wurde. Nirgendwo wird ihr Name genannt oder ihre Publikationen zitiert. Es handelt sich also um Plagiat, wie bereits 2023 in einem Buch der Kuratorin der Ausstellung.